Archiv 2019

Kurse für Führungskräfte starten

Am 04.12.2019 startet der erste Kurs für Führungskräfte im Rahmen des Projekts alternative Betreuung plus im Raum Frankfurt. Die Teilnehmenden erwartet eine Kombination aus Online- und Präsenzlernen zu den Themenfeldern:

Die Themen werden praxisnah im Kurs gemeinsam mit den Lernbegleitern bearbeitet. Für März und Mai 2020 sind weitere Kurse geplant – u. a. auch im Raum Köln.

Haben Sie Interesse? Nutzen Sie unser Kontaktformular für Ihre Anfrage.

Passen Führung und Arbeitsschutz zusammen?

Die deutsche Wirtschaft ist von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Schon jetzt wird deutlich, wie die Digitalisierung die Anforderungen an Führungskräfte und Mitarbeiter in allen Unternehmen verändert. Zukünftig werden Planungs- und Organisationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit an Bedeutung gewinnen. Und was für den betrieblichen Alltag gilt, gilt ebenso für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Rolle der Führungskräfte für die Arbeitsbedingungen

Führungskräfte nehmen im modernen Arbeitsschutz eine zentrale Rolle ein. Sie sind für mehr als nur dazu da, Unterweisungen zu regeln oder Gefährdungen abzustellen. Sie gestalten die Arbeitsbedingungen sicher und gesund – die der Beschäftigten und ihre eigenen. Der Arbeitsschutz in Deutschland muss sich fragen, wie man von Führungskräften erwarten kann, dass sie für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten Sorge tragen, wenn sie diese selbst nicht hinreichend haben.

Was benötigen Führungskräfte für eine neue Rolle im Arbeitsschutz?

  • Als erstes müssen Führung und Arbeitsschutz als zusammenhängend verstanden werden. Moderne Führung bedeutet, alle Anforderungen zu berücksichtigen, egal ob sie von betrieblichen Zielvorgaben, Kundenerwartungen, dem Qualitätsmanagement oder dem Arbeitsschutz stammen. Es muss das Motto gelten:

Wer eine gute Führungskraft im Betrieb ist, ist gleichzeitig eine gute Führungskraft im Sinne des Arbeitsschutzes.

  • Als zweites müssen Führungskräfte die nötige Wertschätzung im Arbeitsschutz erfahren, die nötig ist, damit sie zu wichtigen Multiplikatoren im Arbeitsschutz werden. Daher muss der Arbeitsschutz bzw. die Gestaltung von sicheren und gesunden Arbeitsbedingungen endlich auch für Führungskräfte gelten.
  • Und drittens muss das digitale Lernen in den betrieblichen Fokus rücken, um die notwendigen Kompetenzen und den Lernerfolg zu fördern. Vielen kleineren Unternehmen fehlen dazu langfristige Weiterbildungsstrategien.

Es handelt sich um die Zusammenfassung eines Artikels von Philip Ashton und Sebastian Riebe. Den kompletten Artikel finden Sie unter:

https://sifa-community.de/praxisthemen/zeitgemaesse-fuehrungskompetenzen-zu-sicherheit-und-gesundheit-bei-der-arbeit-und-darueber-hinaus

Betreuungsmanagement: Zentrales Element des Modells

Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus einer Reihe von Forschungsprojekten zeigen, dass kleinere Betriebe Unterstützung bei der Organisation des Arbeitsschutzes im Betrieb wollen und brauchen.

Sie wünschen sich einen Ansprechpartner (Hotline) für alle Fragen zu Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit, den sie bei Problemen und Herausforderungen ansprechen können und der bedarfsgerecht unterstützt sowie auf die erforderlichen Notwendigkeiten und Entwicklungspotenziale hinweist.

Deshalb enthält das Modell „alternative Betreuung plus“ ein zentrales Betreuungsmanagement. Dessen Aufgabe ist es:

  • mit dem Unternehmen den konkreten Betreuungsbedarf zu ermitteln und konkrete Ziele zu vereinbaren
  • bedarfsgerechte Unterstützung zu organisieren
  • Führungskräftequalifizierung und Expertenunterstützung zu koordinieren
  • die Entwicklung des Arbeitsschutzes im Betrieb zu beobachten (Fortschrittsmonitoring)

Weiterbildung im Arbeitsschutz?

Weiterbildung generell und speziell für Führungskräfte ist für kleine und mittlere Unternehmen mit einem hohen Aufwand und Ressourceneinsatz verbunden. Bisherige Qualifizierungsangebote finden überwiegend „off-the-job“ (abseits des Arbeitsplatzes) statt. In Ruhe zu lernen ist zwar von Vorteil, aber die Arbeit bleibt liegen, wird von anderen übernommen oder parallel zum Seminar erledigt.

Das Thema Arbeitsschutz wird oft als lästig und zusätzliche Pflicht wahrgenommen. Weiterbildungsangebote sind im Schwerpunkt darauf ausgerichtet, Führungskräfte über Aufgaben, Pflichten und Verantwortung zu Sicherheit und Gesundheit zu schulen.

Neue Wege bei der Führungskräftequalifizierung wird die alternative Betreuung plus gehen.

Fragen zum Modellprojekt

Sie haben eine Frage zur alternativen Betreuung plus oder eine Anregung?
Wir stehen Ihnen gern an dieser Stelle zum Modellprojekt „Rede und Antwort“.

Den Bereich betreuen für Sie Sebastian Riebe und Gabriele Riering von systemkonzept.

Der Projektverbund

„Alternative Betreuung plus“ ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das von der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) gefördert wird. Im Rahmen des Projekts wird eine weiterentwickelte alternative Betreuung in ausgewählten Mitgliedsunternehmen der BG RCI, BGHW, VBG und Unfallkasse Hessen erprobt.

Näheres zum Betreuungsmodell erfahren Sie in unserem Erklärfilm (Link). Die Entwicklung der Konzepte und Materialien erfolgt durch systemkonzept GmbH in Zusammenarbeit mit den Unfallversicherungsträgern.

Die Projektleitung liegen bei

  • Prof. Dr. Rüdiger Trimpop (Universität Jena, Lehrstuhl für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie)
  • Werner Hamacher (systemkonzept GmbH)

Die Evaluation des Modellprojekts erfolgt durch die Universität Jena.

Wir gehen online

Ab April 2019 steht die Webseite „alternative Betreuung plus“ für Sie bereit. Im Hintergrund wird kontinuierlich am projekteigenen Lernportal gearbeitet.

Im Bereich „Aktuelles“ veröffentlichen wir in der Projektlaufzeit (bis 2021) wichtige Informationen und Ergebnisse zum Projekt.

Schauen Sie also immer mal wieder vorbei!